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Die Sehnsucht nach mehr Achtsamkeit

Gepostet am 10. August 2016 um 3:40

Eine Aufforderung zum gemeinsamen Üben!

Haben Sie sich auch schon Gedanken gemacht wie wir mit der aktuellen Situation bezüglich Fortschritt in der Gesellschaft umgehen könnten? Wir haben es getan. Die erste Tafelrunde des Institutes für die bewusste Gestaltung des Gesellschaftswandels NOVApru hat unter dem Titel: „Was haben Achtsamkeit und Fortschritt in der heutigen Zeit miteinander zu tun?“ stattgefunden.

NOVApru will, die gemeinsame Entwicklung einer verständlichen Sprache zu aktuellen Themen in den Bereichen Bildung, Familie, Gesundheit und Wirtschaft fördern. Der bewusste und neugierige Umgang miteinander im kultivierten Gespräch pflegen, anstatt Debatten und Diskussionen zu führen und sich zu positionieren. In unserer ersten Runde haben wir bewusst auf eine Vorstellungsrunde verzichtet. So konnten wir sicherstellen, dass wir uns auf die anwesenden Menschen im Hier und Jetzt konzentrieren und die Beteiligten sich im Gespräch wohl fühlen konnten, ohne Einfluss von Titeln und anderen intellektuellen Leistungen. Mit offenen Fragen haben wir uns auf das Gespräch und den Dialog eingelassen. Sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede wurden behandelt möglichst ohne zu werten und mit dem Interesse voneinander zu lernen. Das Beziehungsdreieck von Achtsamkeit, Fortschritt im Zusammenhang mit Bildung war an diesem Abend im Zentrum unserer Gedanken. Da es dabei nicht nur um die Bildung der Kinder in der Schule, sondern auch um die Erwachsenenbildung ging, haben wir auch aus der Perspektive der Wirtschaft darüber geredet. Ein inspirierender Austausch! Wenn auch Sie sich für achtsamen Fortschritt interessieren, dann klicken Sie hier und hören Sie sich Teile des Dialoges an. www.dracon.info

Die Erkenntnisse aus dem Gespräch waren einstimmig und sinnbildlich. Es wurde klar sichtbar, das ein starkes Bedürfnis in ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft nach Sinnhaftigkeit und Achtsamkeit besteht. Hier eine Liste von Fragen, die wir behandelt haben. Vor der jeweiligen Frage ist die Zeit angegeben, wo auf dem Tonträger Sie durch das Verschieben des Cursors den dazugehörigen Inhalt abhören können:

• Haben Afrika und Asien im Fortschritt und in der Achtsamkeit etwas miteinander zu tun.

• Wie sehr wird Achtsamkeit in der Schule und in der Bildung heute gelebt?

• Müssen Führungskräfte und Manager der heutigen Zeit auf Taubstumm schalten um überhaupt überleben zu können?

• Was ist der Unterschied zwischen Bildung und Weisheit?

• Schalten wir in der heutigen Gesellschaft das Thema Achtsamkeit als Überlebensstrategie aus?

• Kann Achtsamkeit in Form von stringenter Ritualisierung auch Druck auslösen?

• Was ist Achtsamkeit eigentlich?

• Wie wird in der Schweiz Achtsamkeit gelebt?

• Wie können wir unsere Wahrnehmung schulen? (siehe Rosinenübung am Schluss)

• Was haben, in der heutigen Zeit die Bereitschaft Verantwortung und Disziplin zu leben, mit Lebensqualität und Achtsamkeit zu tun?

• Welche Auswirkungen hat das Tempo, mit dem wir unterwegs sind auf uns, unseren Körper und unser Wohlbefinden?

• Woher kommt unser Leistungsdenken und wie gehen wir damit um?

• Wie kommen wir an unsere tägliche Dosis Information und wie viel davon ist nötig. Was machen diese Informationen mit uns?

• Welches sind die Konsequenzen von achtsamem Verhalten für den Einzelnen?

• Stärkenorientierung in der Bildung von Kindern und Erwachsenen?

• Wie viel Bewahrertum und wie viel Pioniertum brauchen wir in der Umsetzung?

• Ist Achtsamkeit im Schulbetrieb ein USP für Bildungsinstitutionen?

• Trägt Achtsamkeit und Stärkenorientierung zu Effektivität und Spass bei?

Wenn wir in der heutigen Zeit von Fortschritt sprechen, meinen wir sofort alle zu wissen was damit gemeint ist. Das letzte Jahrhundert war geprägt vom wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt. In nur hundert Jahren haben wir Schritte gemacht, die noch zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts undenkbar waren. Wir haben vieles erreicht, sinnvolle und hilfreiche Erfindungen wurden gemacht, Wohlstand und Wachstum wurde errungen. Wir könnten mit mehr Zufriedenheit auf die Vergangenheit zurückblicken; viele schauen jedoch mit grösseren Bedenken in die Zukunft …

…wie sieht es denn mit der Zukunft aus? Können wir so wie bisher weitermachen? Es ist sicher sinnvoll sich Gedanken über nicht bedachte Folgen und Konsequenzen unserer Errungenschaften zu machen. Sozusagen Innovation am Fortschritt zu betreiben, unser Denken und Handeln der aktuellen Situation anzupassen und neu zu definieren. Zur näheren Auseinandersetzung möchte ich hier die aktuelle Definition aus dem virtuellen Lexikon zur Verfügung stellen:

„Fortschritt wird bezeichnet als eine – zumeist im positiven Sinne verstandene – Änderung eines Zustandes. Gegenbegriffe sind Rückschritt oder Stillstand. Fortschritt und Innovationen begünstigen einander. Die Deutung von Geschichte unter der Interpretation einer Fortschrittsentwicklung bezeichnet man als fortschrittstheoretische Geschichtsdeutung wie es zum Beispiel zahlreiche Vordenker der Aufklärung getan haben. Der gegensätzliche Ansatz wird als verfallstheoretischer Geschichtsdeutungsansatz bezeichnet. Dazu gehören Stichworte, wie „Goldenes Zeitalter“ oder „Ende der Geschichte“.“

Besonders interessant ist jedoch der nächste Abschnitt:

„Der Fortschritt in der Entwicklung von Individuen kommt durch Wachstums- und Lernprozesse zustande. Wobei sich der Lernfortschritt aus der Veränderung von Situationen ergibt, die dazu führen, dass sich das Individuum durch Anpassung fortwährend Kompetenzen aneignet, mit deren Hilfe neue Situationen immer besser bewältigt werden können. Rückschritt oder Stillstand in dieser Entwicklung würde bedeuten: „Krankhafte“ und mangelnde Kompetenz, mit der Realität umzugehen.“

Passt das nicht vorzüglich in die heutige Zeit. Ist das nicht ein selbstredender Aufruf in Bewegung zu bleiben?

Geben wir auch der Achtsamkeit Aufmerksamkeit und schauen, ob wir Achtsamkeit und Fortschritt miteinander in Verbindung bringen können. Interessant ist; liest man die Definition des Wortes Achtsamkeit im virtuellen Lexikon, wird es im Vergleich zum Wort Fortschritt schnell offensichtlich, dass wir es in unserem Alltag nicht so oft benutzen, denn es scheint viel schwieriger zu beschreiben. Hier ein Versuch sich bei der Definition von Achtsamkeit auf das Wesentliche zu konzentrieren:

Mit Achtsamkeit ist diejenige geistige Einstellung oder Grundhaltung gemeint, in der man sich um ein breites Achtgeben mit hoher Aufmerksamkeit bemüht. Das bedeutet ein aktives Beobachten von Bewusstseinsinhalten, die „im Geist“ in der „Seele“ oder im "körperlichen Bewusstsein" auftauchen. Dabei geht es um die Wahrnehmung oder Vorstellung von physischen, intellektuellen und emotionalen Prozessen sowohl im Inneren als auch nach Aussen.

Die Einübung und Entwicklung einer derart breiten Aufmerksamkeit sich selbst und anderen gegenüber ermöglicht ein offenes und umfassendes Gewahr werden – und mit der Zeit schließlich auch beständiges Gewahr bleiben – der geistigen, seelischen und körperlichen Vorgänge von sich selbst, anderen Menschen und sozialen Beziehungen.

Es hat eine hohe Konzentration auf die Wahrnehmungen vom eigenen Handeln und Verhalten in der jeweiligen Umwelt zur Folge. Durch die bewusste und stetige Auseinandersetzung soll, das Aufmerksamkeitsfeld nach und nach ausgedehnt werden. Damit soll eine "Bewusstseinserweiterung" im besten Sinn des Wortes erreicht werden und zu einer "weitwinkelartig", vernetzten, offenen und wachen Präsenz voller Aufmerksamkeit oder eben Achtsamkeit im Denken und Handeln führen.

Indem wir nun die beiden Begriffe in Zusammenhang bringen, entstehen neue Perspektiven und interessante Lernverbindungen. Warum Fortschritt nicht einmal im Sinne von Persönlichkeitsentwicklung betrachten? Weg von Hedonismus im modernen Sinne von Egoismus, Konsumhaltung und materiellem Profit – hin zu grundlegenden Bedürfnissen. Zum Beispiel anhand antiken Vorstellungen wie die von Aristippos (ein Zeitgenosse von Sokrates), der ein Teil von Hedonismus als „Ataraxie“, den Zustand vollkommener Seelenruhe, beschreibt. Voraussetzung für Persönlichkeitsentwicklung ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion, wenn dabei noch Achtsamkeit ins Spiel kommt, dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein Veränderungsprozess stattfinden kann. Wenn wir es wagen uns selbst zu hinterfragen, zurückzugreifen auf bestehende und bewährte Weisheitskonzepte der Geschichte und die damaligen Erkenntnisse mit der heutigen Zeit und Rahmenbedingungen verknüpfen, tun sich uns neue Türen auf.

Und zum Abschluss ein schönes Zitat von Viktor Frankl: „Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird.“

Die Rosinenübung; Schulung von Wahrnehmung und Achtsamkeit:

Nehmen Sie eine Rosine und schauen Sie sie 2-3 Min. lang an ohne zu sprechen

Danach nehmen Sie die Rosine in die Hand und spüren 2-3 Min. zwischen Ihren Fingern

Schliessen Sie die Augen und bearbeiten Sie die Rosine 2-3 Min. lang mit Ihren Fingern und achten auf die dabei entstehenden Geräusche

Danach riechen Sie mit geschlossenen Augen für dieselbe Zeitspanne an der Rosine

Als Nächstes dürfen Sie die Rosine in den Mund nehmen aber ohne sie zu schlucken! Versuchen Sie auch hier 2-3 Min. lang darauf zu konzentrieren.

Jetzt dürfen Sie sie genussvoll verzehren.

Schön, haben Sie sich darauf eingelassen…

Autoren: Alessandra C. Bodmer, Silvio Roduner

 

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